BAföG 2026: Alles was du wissen musst
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) unterstützt Studierende und Schüler
finanziell während ihrer Ausbildung. 2026 wurden die Sätze erneut angehoben, um
den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht zu werden. Hier erfährst du alles
über Voraussetzungen, Höhe und Beantragung.
Wer hat Anspruch auf BAföG?
BAföG können deutsche Staatsbürger sowie EU-Bürger und weitere Ausländer mit
bestimmtem Aufenthaltsstatus beantragen. Voraussetzungen sind:
- Erstausbildung oder anerkannte weitere Ausbildung
- Studienbeginn vor dem 45. Lebensjahr (Ausnahmen möglich)
- Vollzeit-Studium oder -Ausbildung
- Deutsche Staatsbürgerschaft oder berechtigter Aufenthaltsstatus
- Leistungsnachweise nach dem 4. Semester
Der BAföG-Höchstsatz 2026
Der maximale BAföG-Satz für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, beträgt
2026 insgesamt 992 € pro Monat. Dieser setzt sich zusammen aus:
| Bestandteil |
Betrag 2026 |
Rechtsgrundlage |
| Grundbedarf |
475 € |
§ 13 Abs. 1 BAföG |
| Wohnpauschale (eigene Wohnung) |
380 € |
§ 13 Abs. 2 BAföG |
| KV-Zuschlag (eigene Versicherung) |
102 € |
§ 13a BAföG |
| PV-Zuschlag (eigene Versicherung) |
35 € |
§ 13a BAföG |
| Höchstsatz gesamt |
992 € |
|
💡 Gut zu wissen: 50% sind geschenkt!
BAföG für Studierende besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss (Geschenk) und
zur Hälfte aus einem zinslosen Staatsdarlehen. Die maximale Rückzahlung ist
auf 10.010 € gedeckelt – egal wie viel du insgesamt erhalten hast!
Die Freibeträge beim BAföG 2026
Vermögensfreibetrag
Eigenes Vermögen wird auf das BAföG angerechnet, allerdings erst ab einem
bestimmten Freibetrag. 2026 gelten folgende Grenzen:
- Unter 30 Jahren: 15.000 € Freibetrag
- Ab 30 Jahren: 45.000 € Freibetrag
- Mit Ehepartner: zusätzlich 2.300 €
- Pro Kind: zusätzlich 2.300 €
Vermögen über dem Freibetrag wird durch 12 geteilt und monatlich auf das
BAföG angerechnet. Ein Auto zählt mit dem aktuellen Zeitwert als Vermögen.
Einkommensfreibetrag (Nebenjob)
Du darfst neben dem Studium arbeiten, ohne dass dein BAföG gekürzt wird.
Der Freibetrag beträgt 2026:
- 7.236 € pro Jahr (entspricht 603 €/Monat im Durchschnitt)
- Ein Minijob mit 603 €/Monat entspricht genau der Grenze
- Werkstudentenjobs bis 20 Std./Woche sind möglich
⚠️ Achtung bei Überschreitung
Einkommen über dem Freibetrag wird zu etwa 45% auf dein BAföG angerechnet.
Bei einem Nebenjob mit 800 €/Monat würde dein BAföG um ca. 115 € sinken.
Elternfreibetrag
Das Einkommen deiner Eltern wird erst oberhalb bestimmter Freibeträge
angerechnet. Die Freibeträge 2026:
- Verheiratete Eltern: ca. 2.540 € netto zusammen
- Alleinerziehend: ca. 1.690 € netto
- Pro Geschwister in Ausbildung: +770 € zusätzlicher Freibetrag
- Pro weiteres Kind: +770 € zusätzlicher Freibetrag
BAföG-Rückzahlung: Das musst du wissen
Die Rückzahlung des BAföG-Darlehens beginnt 5 Jahre nach Ende der
Förderungshöchstdauer. Hier die wichtigsten Fakten:
Rückzahlungsbedingungen
- Beginn: 5 Jahre nach Förderungsende
- Rate: 130 € pro Monat (1.560 € pro Jahr)
- Maximale Rückzahlung: 10.010 €
- Maximale Dauer: 20 Jahre
- Das Darlehen ist zinslos!
Rabatt bei Einmalzahlung
Wer sein BAföG-Darlehen auf einmal zurückzahlt, erhält einen Nachlass.
Je früher die Rückzahlung, desto höher der Rabatt – bis zu 50%!
📊 Rechenbeispiel
Du erhältst 4 Jahre lang 800 €/Monat BAföG = 38.400 € gesamt.
Davon Darlehen (50%): 19.200 €
Aber: Maximum 10.010 € Rückzahlung!
Du "sparst" also 9.190 € gegenüber dem erhaltenen Darlehen.
BAföG beantragen: Schritt für Schritt
Benötigte Unterlagen
- Immatrikulationsbescheinigung
- Einkommensteuerbescheide der Eltern (vorletztes Jahr)
- Vermögensnachweise (Kontoauszüge, Depotauszug)
- Mietvertrag (bei eigener Wohnung)
- KV-Bescheinigung (bei eigener Versicherung)
- Personalausweis-Kopie
Fristen beachten
BAföG wird erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt – nicht rückwirkend!
Stelle den Antrag daher möglichst früh, am besten 2-3 Monate vor
Semesterbeginn. Ein formloser Antrag sichert die Frist, die vollständigen
Unterlagen können nachgereicht werden.
💻 BAföG Digital beantragen
In allen Bundesländern kannst du BAföG komplett online beantragen unter
www.bafoeg-digital.de.
Mit dem eID-Verfahren geht es besonders schnell!
BAföG vs. andere Studienfinanzierung
BAföG ist nicht die einzige Möglichkeit, dein Studium zu finanzieren. Hier ein Vergleich
der wichtigsten Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen.
BAföG: Die beste Option für die meisten
BAföG ist die günstigste Studienfinanzierung: 50% sind geschenkt, der Rest ist ein
zinsloses Darlehen mit Deckelung bei 10.010 €. Nachteil: Du brauchst eine förderungsfähige
Ausbildung und darfst die Einkommensgrenzen nicht überschreiten.
Wohngeld: Die Alternative ohne Rückzahlung
Studierende ohne BAföG-Anspruch (z.B. Zweitstudium, Altersgrenze überschritten) können
stattdessen Wohngeld beantragen. Vorteil: 100% Zuschuss, keine Rückzahlung! Der Betrag
hängt von Miete, Einkommen und Haushaltsgröße ab.
Studienkredite: Flexibel, aber teuer
KfW-Studienkredite und Bildungskredite sind unabhängig vom Elterneinkommen verfügbar.
Nachteil: Sie müssen mit Zinsen zurückgezahlt werden. Die Gesamtschuld kann schnell
auf 20.000 € oder mehr anwachsen.
Stipendien: Das Beste, aber selten
Stipendien (z.B. Deutschlandstipendium: 300 €/Monat) sind 100% geschenkt und müssen
nicht zurückgezahlt werden. Sie sind jedoch an bestimmte Leistungen oder Kriterien
gebunden und nicht für jeden verfügbar.
Typische Fehler beim BAföG-Antrag vermeiden
Viele Studierende verschenken Geld durch vermeidbare Fehler beim BAföG-Antrag.
Hier sind die häufigsten Probleme und wie du sie umgehst:
Fehler 1: Zu spät beantragen
BAföG wird erst ab dem Antragsmonat gezahlt – nicht rückwirkend! Stelle den Antrag
daher spätestens im ersten Studienmonat. Ein formloser Antrag ("Hiermit beantrage ich
BAföG") reicht zunächst aus, um die Frist zu wahren.
Fehler 2: Vermögen falsch angeben
Manche Studierende "vergessen" Vermögen anzugeben – das ist strafbar! Umgekehrt
zählen manche Dinge nicht als Vermögen: Hausrat, Kleidung, ein angemessenes Auto
(bis ca. 7.500 €), notwendige Arbeitsmittel wie Laptop.
Fehler 3: Geschwister nicht angeben
Geschwister in Ausbildung oder Studium erhöhen den Elternfreibetrag um ca. 770 €
pro Person! Viele Studierende vergessen das – und verschenken damit Geld.
Fehler 4: Folgeantrag vergessen
BAföG wird immer nur für 12 Monate bewilligt. Vergisst du den Folgeantrag, gibt es
eine Zahlungslücke. Stelle den neuen Antrag mindestens 2 Monate vor Ablauf!
Häufige Fragen zum BAföG 2026
Wie hoch ist der BAföG-Höchstsatz 2026?
Der Höchstsatz für Studierende mit eigener Wohnung und eigener Krankenversicherung
beträgt 992 €/Monat (475 € Grundbedarf + 380 € Wohnpauschale + 137 € KV/PV-Zuschlag).
Wer bei den Eltern wohnt, erhält maximal 534 €.
Wie viel darf ich als Student dazuverdienen?
Der Einkommensfreibetrag beträgt 2026 etwa 7.236 € pro Jahr, also durchschnittlich
603 € pro Monat. Ein Minijob (603 €) entspricht genau dieser Grenze. Einkommen darüber wird
zu etwa 45% auf das BAföG angerechnet.
Wie viel Vermögen darf ich haben?
Unter 30 Jahren liegt der Freibetrag bei 15.000 €, ab 30 Jahren bei 45.000 €.
Vermögen über dem Freibetrag wird durch 12 geteilt und monatlich angerechnet.
Ein Auto zählt mit dem Zeitwert als Vermögen.
Muss ich BAföG zurückzahlen?
Nur 50% des BAföG sind ein Darlehen – die anderen 50% sind geschenkt. Das
Darlehen ist zinslos und die Rückzahlung auf maximal 10.010 € gedeckelt.
Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer.
Was ist elternunabhängiges BAföG?
Unter bestimmten Voraussetzungen wird das Einkommen der Eltern nicht angerechnet:
Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung + 5 Jahre Berufstätigkeit, bei Studium
ab 30 (mit Gründen), oder wenn die Eltern verstorben sind bzw. nicht ermittelt
werden können.
Kann ich als Student Wohngeld bekommen?
Studierende mit BAföG-Anspruch erhalten normalerweise kein Wohngeld. ABER:
Wer keinen BAföG-Anspruch hat (z.B. Zweitstudium, Altersgrenze, zu hohes
Elterneinkommen), kann stattdessen Wohngeld beantragen – das ist komplett
geschenkt!
Erhöht sich mein BAföG durch Geschwister?
Ja! Für jedes Geschwisterkind, das noch in Ausbildung ist oder studiert,
erhöht sich der Freibetrag für das Elterneinkommen um ca. 770 € pro Monat.
Das kann dein BAföG deutlich erhöhen!
Wo beantrage ich BAföG?
Zuständig ist das Studierendenwerk deiner Hochschule. Den Antrag kannst du
online unter bafoeg-digital.de stellen oder persönlich beim BAföG-Amt einreichen.
Die Bearbeitungszeit beträgt meist 6-12 Wochen.
Was passiert bei einem Fachwechsel?
Ein Fachwechsel ist bis zum Ende des 3. Semesters aus "wichtigem Grund" möglich,
ohne den BAföG-Anspruch zu verlieren. Danach nur noch aus "unabweisbarem Grund".
Die Förderungshöchstdauer wird dann neu berechnet.
Gibt es BAföG auch für ein Auslandssemester?
Ja! Auslands-BAföG gibt es für Studium, Praktikum oder Sprachkurs im Ausland.
Die Förderung kann sogar höher ausfallen als Inlands-BAföG (Reisekosten, höhere
Lebenshaltungskosten). Der Antrag muss 6 Monate vorher gestellt werden.