Strom-Dynamik-Check: Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Vergleichen Sie Börsenpreise mit Festpreistarifen – individuell berechnet für Ihren Haushalt. Mit E-Auto, Wärmepumpe, Lastverschiebung und Risiko-Simulation.
🎯 Dynamik-Check: Lohnt sich ein dynamischer Tarif für Sie?
Geben Sie Ihre Daten ein und erhalten Sie eine individuelle Empfehlung mit Dynamik-Score, Kostenvergleich und konkreten Handlungsempfehlungen.
ℹ️ Wie wird der Score berechnet?
Der Dynamik-Score (0-100%) berücksichtigt:
- Verbrauchshöhe (15%): Höherer Verbrauch = mehr Einsparpotenzial
- Flexible Geräte (30%): E-Auto, Wärmepumpe, Speicher, PV, Smart-Home
- Flexibilität (30%): Wie viel % Ihres Verbrauchs ist zeitlich verschiebbar?
- Risikobereitschaft (15%): Preisschwankungen tolerieren
- Kombinationsbonus (10%): Synergien bei idealer Ausstattung
Basierend auf historischen EPEX-Spot-Daten und typischen Verbrauchsmustern.
Jahreskosten-Vergleich (geschätzt)
Im teuersten Monat der letzten 3 Jahre (Dezember 2022) hätten Sie mit dynamischem Tarif etwa +47 € mehr bezahlt als mit Festpreis.
Solche Extremmonate sind selten (2-3× pro Jahr), werden aber durch günstigere Monate meist ausgeglichen.
💡 Empfehlung
Mit Ihrem Profil haben Sie gute Voraussetzungen für einen dynamischen Stromtarif. Durch Ihre flexiblen Verbraucher können Sie von günstigen Börsenpreisen profitieren.
- E-Auto: Laden Sie bevorzugt nachts zwischen 1-5 Uhr
- Nutzen Sie eine Smart-Home-Steuerung für automatische Lastverschiebung
- Beobachten Sie die Börsenpreise über die Anbieter-App
🔄 Was müsste sich ändern, damit es sich (mehr) lohnt?
⚠️ Wichtiger Hinweis: Diese Berechnung basiert auf historischen Durchschnittswerten der EPEX Spot Day-Ahead Börsenpreise und dient nur zur Orientierung. Die tatsächlichen Kosten können aufgrund von Preisschwankungen, Ihrem individuellen Verbrauchsverhalten und Netzentgelten abweichen. Die Simulation ersetzt keine individuelle Tarifberatung. Dynamische Stromtarife können sowohl günstiger als auch teurer sein als Festpreistarife.
👤 Verbrauchsprofil-Simulator
Erstellen Sie ein detailliertes Verbrauchsprofil – mit oder ohne Smart-Meter-Daten. Je genauer Ihr Profil, desto präziser die Berechnung.
ℹ️ Warum ist das Verbrauchsprofil wichtig?
Dynamische Tarife lohnen sich nur, wenn Sie Strom dann verbrauchen, wenn er günstig ist. Ohne Kenntnis Ihres Verbrauchsverhaltens ist keine zuverlässige Prognose möglich. Diese Simulation erstellt ein realistisches Lastprofil basierend auf Ihren Angaben.
Oder: Verbrauchszeiten manuell angeben
Ihr simuliertes 24-Stunden-Verbrauchsprofil
| Zeitraum | Verbrauch | Ø Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 00:00 - 06:00 | 1,2 kWh | 18 Ct | ✓ Günstig |
| 06:00 - 09:00 | 2,8 kWh | 35 Ct | ✗ Teuer |
| 09:00 - 12:00 | 1,5 kWh | 28 Ct | – Mittel |
| 12:00 - 15:00 | 1,8 kWh | 22 Ct | ✓ Günstig (PV) |
| 15:00 - 18:00 | 1,2 kWh | 30 Ct | – Mittel |
| 18:00 - 21:00 | 3,5 kWh | 42 Ct | ✗ Sehr teuer! |
| 21:00 - 00:00 | 1,8 kWh | 25 Ct | – Mittel |
⚠️ Optimierungspotenzial erkannt
35% Ihres Verbrauchs liegt in den teuren Abendstunden (18-21 Uhr). Durch Verschiebung von Waschmaschine und Geschirrspüler in die Mittagszeit könnten Sie ca. 15% Ihrer Stromkosten sparen.
✓ Positiv: Günstige Zeiten genutzt
Ihr E-Auto-Laden in der Nacht ist optimal. Das spart bei dynamischen Tarifen durchschnittlich 8-15 Cent/kWh gegenüber Abend-Laden.
⚠️ Hinweis: Das simulierte Verbrauchsprofil basiert auf typischen deutschen Haushaltsprofilen und Ihren Angaben. Für eine exakte Analyse empfehlen wir den Import Ihrer Smart-Meter-Daten. Die angegebenen Durchschnittspreise basieren auf historischen EPEX Spot Day-Ahead Preisen.
⏱️ Lastverschiebe-Hebel (Shift-O-Meter)
Berechnen Sie, wie viel Sie durch das Verschieben Ihres Stromverbrauchs in günstige Zeiten sparen können. Dieser „Hebel" ist der entscheidende Faktor für den Erfolg eines dynamischen Tarifs.
💡 Das Prinzip der Lastverschiebung
Bei dynamischen Tarifen schwanken die Preise zwischen ca. 5-50 Cent/kWh. Wer seinen Verbrauch in günstige Zeiten (Nacht, Mittag bei Sonne) verschiebt, spart erheblich. Die Kunst liegt darin, möglichst viel Verbrauch flexibel zu machen.
Ihr Lastverschiebungs-Potenzial
| Verbraucher | kWh/Jahr | Ersparnis | Aufwand |
|---|---|---|---|
| 🚗 E-Auto | 2.600 kWh | 390 € | 🟢 Gering (Timer) |
| 🌡️ Wärmepumpe | 4.000 kWh | 320 € | 🟡 Mittel (Smart-Steuerung) |
| 🧺 Waschmaschine | 312 kWh | 47 € | 🟢 Gering |
| 🍽️ Geschirrspüler | 312 kWh | 47 € | 🟢 Gering |
| Gesamt | 7.224 kWh | 804 € |
🎯 Ihre größten Hebel
E-Auto-Laden bietet bei Ihnen das größte Einsparpotenzial. Durch konsequentes Nachtladen zwischen 1-5 Uhr sparen Sie im Schnitt 15 Cent/kWh gegenüber dem Laden zur Hauptlastzeit um 18-20 Uhr.
- Nutzen Sie einen Timer oder die App Ihres Ladesystems
- Bei Smart-Tarifen wie Tibber: Automatische Ladesteuerung aktivieren
- Planen Sie 4-6 Stunden Ladezeit ein (für Nachtfenster)
⚠️ Hinweis: Die Ersparnis-Berechnung basiert auf durchschnittlichen Preisdifferenzen zwischen günstigen und teuren Börsenzeiten (historische EPEX Spot Daten). Tatsächliche Einsparungen können je nach Marktlage und Ihrem konkreten Verbrauchsverhalten abweichen.
⚠️ Risiko-Check: Was passiert bei Preisspitzen?
Dynamische Tarife haben Risiken. Simulieren Sie Worst-Case-Szenarien wie Dunkelflauten, Wintermonate oder extreme Börsenpreise – und sehen Sie, wie sich das auf Ihre Stromkosten auswirkt.
⚠️ Wichtig zu wissen
Im Winter 2022/23 stiegen Börsenpreise zeitweise auf über 70 Cent/kWh. Bei Dunkelflauten (wenig Wind + Sonne) können Preise auch 2026 stark schwanken. Dynamische Tarife sind nicht für jeden geeignet!
Risiko-Analyse für Ihr Profil
Szenario-Ergebnisse
| Szenario | Zeitraum | Festpreis | Dynamisch | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| 📊 Normalmonat (Ø) | 1 Monat | 93 € | 78 € | −15 € |
| 🌫️ Dunkelflaute | 7 Tage | 22 € | 38 € | +16 € |
| ❄️ Strenger Winter | 1 Monat | 112 € | 135 € | +23 € |
| 🔮 Worst Case (gesamt) | 1 Jahr | 1.120 € | 1.210 € | +90 € |
| ✨ Best Case (gesamt) | 1 Jahr | 1.120 € | 896 € | −224 € |
📊 Realistische Erwartung (80% Konfidenz)
Mit Ihrem Profil werden Sie voraussichtlich zwischen 950 € und 1.080 € pro Jahr zahlen (Festpreis: 1.120 €).
Das bedeutet: Mit 80% Wahrscheinlichkeit sparen oder verlieren Sie maximal ±130 € gegenüber dem Festpreis.
🎯 Risiko-basierte Empfehlung
Bei mittlerer Risikobereitschaft und mittlerer Flexibilität könnte ein dynamischer Tarif für Sie interessant sein. Das Einsparpotenzial (durchschnittlich 168 €/Jahr) überwiegt das Risiko eines schlechten Jahres (+90 €).
- Behalten Sie einen finanziellen Puffer für teure Monate
- Nutzen Sie die App-Benachrichtigungen für Preisspitzen
- Verschieben Sie den Verbrauch aktiv bei hohen Preisen
🚪 Exit-Strategie: Ausstieg jederzeit möglich
Die meisten dynamischen Anbieter (Tibber, aWATTar, Ostrom) haben kurze Kündigungsfristen (meist 2 Wochen bis 1 Monat). Wenn es nicht funktioniert, können Sie schnell zurück zu einem Festpreis-Tarif wechseln.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Risiko-Szenarien basieren auf historischen Daten und Marktanalysen. Zukünftige Preisschwankungen sind nicht vorhersehbar. Diese Simulation ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Bei geringer Risikotoleranz oder knappem Budget ist ein Festpreis-Tarif möglicherweise besser geeignet.
📜 §14a EnWG: Reduzierte Netzentgelte für Wärmepumpe & Wallbox
Seit 2024 können Besitzer von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen über 4,2 kW) reduzierte Netzentgelte erhalten. Prüfen Sie, welches Modul für Sie günstiger ist!
ℹ️ Was ist §14a EnWG?
Das Energiewirtschaftsgesetz ermöglicht seit 2024 reduzierte Netzentgelte für „steuerbare Verbrauchseinrichtungen". Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung in Spitzenzeiten auf 4,2 kW dimmen (aber nie komplett abschalten). Sie haben die Wahl zwischen zwei Modulen.
Vergleich: Modul 1 vs. Modul 2
| Merkmal | Modul 1 | Modul 2 |
|---|---|---|
| Art der Reduktion | Pauschaler Betrag | 60% weniger Netzentgelt |
| Ihre Ersparnis/Jahr | 160 € | 240 € |
| Besser bei... | Niedrigem Verbrauch Niedrigen Netzentgelten |
Hohem Verbrauch Hohen Netzentgelten |
| Pauschale (2026) | 110-190 € je nach Gerät | — |
| Wechsel möglich? | Ja, jährlich zum 1.1. beim Netzbetreiber | |
🎯 Empfehlung für Ihr Profil
Mit 5.000 kWh Verbrauch für steuerbare Geräte und 8 Cent/kWh Netzentgelt ist Modul 2 für Sie günstiger. Sie sparen 80 € mehr pro Jahr als mit Modul 1.
📝 So beantragen Sie die Reduktion
1. Kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber (nicht den Stromversorger!)
2. Beantragen Sie die Teilnahme an §14a EnWG
3. Wählen Sie Modul 1 oder Modul 2
4. Der Netzbetreiber installiert ggf. eine Steuerbox
💡 Tipp: Bei Neuanlagen ab 2024 ist die Teilnahme oft automatisch vorgesehen. Bestandsanlagen können freiwillig teilnehmen.
✨ Kombination mit dynamischem Tarif
§14a EnWG und dynamische Stromtarife ergänzen sich perfekt! Die reduzierte Netzentgelte senken Ihre Gesamtkosten zusätzlich zur Ersparnis durch günstige Börsenpreise. Kombinations-Ersparnis: bis zu 500-800 €/Jahr bei hohem Verbrauch.
⚠️ Hinweis: Die Pauschalen und Reduktionssätze können je nach Netzbetreiber und Bundesland variieren. Die hier gezeigten Werte entsprechen den bundesweiten Richtwerten für 2026. Für verbindliche Informationen kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber.
🔋 Heimspeicher ROI-Rechner: Lohnt sich Arbitrage?
Berechnen Sie, ob sich ein Heimspeicher für „Strom-Arbitrage" lohnt – also das Speichern von günstigem Strom (nachts/mittags) für teure Zeiten (abends). Mit Amortisationsberechnung.
💡 Was ist Strom-Arbitrage?
Bei dynamischen Tarifen schwanken die Preise zwischen ca. 5-50 Cent/kWh. Ein Heimspeicher lädt bei niedrigen Preisen (z.B. nachts für 10 Ct) und entlädt bei hohen Preisen (z.B. abends für 40 Ct). Die Differenz ist Ihr Gewinn – allerdings abzüglich Wirkungsgradverlusten (~10-15%).
Wirtschaftlichkeitsanalyse Ihres Speichers
| Kennzahl | Wert | Erläuterung |
|---|---|---|
| Speicherbare Energie/Tag | 10 kWh | Kapazität × Zyklen |
| Nutzbare Energie (nach Verlusten) | 9 kWh | Abzüglich Wirkungsgradverluste |
| Preisdifferenz | 20 Ct/kWh | Hoch - Niedrig |
| Effektive Differenz | 16 Ct/kWh | Nach Wirkungsgradverlusten |
| Täglicher Gewinn | 1,60 € | Effektiv × Nutzbare Energie |
| Jährlicher Gewinn | 584 € | 365 Tage × Tagesgewinn |
⚠️ Kritische Einschätzung
Mit einer Amortisationszeit von 13,7 Jahren liegt der Speicher nahe an seiner erwarteten Lebensdauer (15 Jahre). Der ROI von 9,5% ist niedrig für eine langfristige Investition. Rein wirtschaftlich ist Arbitrage allein oft nicht rentabel – der Speicher rechnet sich eher in Kombination mit PV-Eigenverbrauchsoptimierung.
📊 Sensitivitätsanalyse: Was ändert den ROI?
So wirken sich Änderungen auf Ihre Amortisation aus:
- +5 Ct höhere Preisdifferenz: Amortisation ~10 Jahre
- −5 Ct niedrigere Preisdifferenz: Amortisation ~20 Jahre
- Mit PV-Eigenverbrauch kombiniert: Amortisation ~7-9 Jahre
- Speicherpreis −20%: Amortisation ~11 Jahre
🎯 Empfehlung
Ein Heimspeicher nur für Arbitrage ist wirtschaftlich grenzwertig. Der Speicher macht Sinn, wenn:
- Sie eine PV-Anlage haben (Eigenverbrauch + Arbitrage)
- Sie Autarkie und Notstromversorgung schätzen
- Die Preisdifferenzen steigen (möglich bei mehr Erneuerbaren)
- Die Speicherpreise fallen (aktuell ~500-800 €/kWh)
⚠️ Hinweis: Diese Berechnung ist eine vereinfachte Wirtschaftlichkeitsanalyse. Tatsächliche Ergebnisse hängen von vielen Faktoren ab: reale Preisschwankungen, Batteriealterung, Stromverbrauchsverhalten, PV-Ertrag, etc. Die Berechnung ersetzt keine professionelle Energieberatung.
Dynamischer Stromtarif 2026: Alles was Sie wissen müssen
Seit dem 1. Januar 2025 sind alle Energieversorger in Deutschland gesetzlich verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Bei diesen Tarifen wird Strom nicht zu einem festen Preis abgerechnet, sondern zu stündlich wechselnden Börsenpreisen der EPEX Spot (European Power Exchange). Das bedeutet: Wer seinen Verbrauch flexibel steuern kann, kann von günstigen Preisen profitieren – wer nicht, zahlt möglicherweise mehr als bei einem klassischen Festpreistarif.
Dynamische Tarife lohnen sich vor allem für Haushalte mit E-Auto, Wärmepumpe oder Smart-Home – und der Bereitschaft, den Verbrauch aktiv zu steuern. Für alle anderen ist ein guter Festpreistarif oft die bessere Wahl.
Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Stromtarif setzt sich der Preis aus mehreren Komponenten zusammen: dem reinen Börsenpreis (EPEX Spot Day-Ahead), den Netzentgelten, Steuern und Umlagen sowie einer Grundgebühr des Anbieters. Der Börsenpreis wird jeden Tag um 12:00 Uhr für den Folgetag veröffentlicht – seit September 2025 in 96 Viertelstundenpreisen statt den früheren 24 Stundenpreisen. Diese können zwischen nahezu 0 Cent/kWh (bei viel Wind und Sonne) und über 50 Cent/kWh (bei Dunkelflauten oder hoher Nachfrage) schwanken.
Für die stündliche Abrechnung benötigen Sie ein intelligentes Messsystem (iMSys), auch Smart Meter genannt. Dieses erfasst Ihren Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen und übermittelt die Daten verschlüsselt an Ihren Netzbetreiber. Die Kosten für den Smart-Meter-Betrieb sind für Haushalte mit bis zu 6.000 kWh Jahresverbrauch auf maximal 20 Euro pro Jahr gedeckelt; bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen können höhere Entgelte anfallen.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Ein dynamischer Stromtarif ist besonders vorteilhaft für Haushalte mit flexiblen Großverbrauchern, die ihren Stromverbrauch zeitlich steuern können:
- E-Auto-Besitzer: Laden Sie nachts zwischen 1 und 5 Uhr, wenn die Nachfrage niedrig ist. Mit einer Wallbox und Smart-Home-Integration können Sie automatisch laden, sobald der Preis unter einen Schwellwert fällt.
- Wärmepumpen-Nutzer: Moderne Wärmepumpen mit Pufferspeicher können vorheizen, wenn der Strom günstig ist. In Kombination mit der §14a EnWG-Regelung profitieren Sie zusätzlich von reduzierten Netzentgelten.
- Heimspeicher-Besitzer: Laden Sie den Speicher bei niedrigen Preisen und nutzen Sie die Energie, wenn der Strom teuer ist. Diese „Arbitrage-Strategie" funktioniert besonders gut mit PV-Anlage.
- Homeoffice-Arbeiter: Sie sind flexibel bei Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine und können diese in günstige Zeitfenster verschieben.
- Smart-Home-Enthusiasten: Automatisierung ist der Schlüssel – intelligente Steckdosen und Zeitschaltuhren ermöglichen automatische Lastverschiebung.
Für wen ist ein dynamischer Tarif nicht geeignet?
Nicht jeder Haushalt profitiert von dynamischen Preisen. In folgenden Fällen ist ein Festpreistarif oft die bessere Wahl:
- Wenig flexible Haushalte: Wenn Sie Ihren Verbrauch nicht zeitlich steuern können oder wollen, profitieren Sie kaum von günstigen Zeiten.
- Kleine Verbräuche: Bei unter 2.000 kWh/Jahr ist das absolute Einsparpotenzial gering – die Mühe der Verbrauchssteuerung lohnt sich kaum.
- Risikoaverse Nutzer: Wer stabile, planbare Stromkosten bevorzugt, sollte bei einem Festpreis bleiben. Dynamische Tarife bedeuten monatliche Kostenschwankungen.
- Ohne Smart Meter: Ohne intelligentes Messsystem ist keine viertelstündliche Abrechnung möglich – Sie zahlen dann einen Durchschnittspreis, der den Vorteil minimiert.
Risiken und Nachteile dynamischer Stromtarife
Dynamische Stromtarife sind kein Selbstläufer – sie bergen auch Risiken:
📈 Preisschwankungen
Bei Dunkelflauten können Börsenpreise auf über 50-80 Cent/kWh steigen. Wer dann viel Strom verbraucht, zahlt entsprechend mehr.
💰 Unplanbare Kosten
Anders als beim Festpreis wissen Sie nicht exakt, was Sie am Monatsende zahlen. Das erschwert die Budgetplanung.
⏰ Aufwand
Um wirklich zu sparen, müssen Sie Ihren Verbrauch aktiv steuern – manuell oder durch Smart-Home-Automatisierung.
🔧 Technische Voraussetzungen
Sie benötigen ein Smart Meter. Der Einbau erfolgt durch den Netzbetreiber und kann einige Wochen dauern.
Die wichtigsten Anbieter dynamischer Stromtarife
Mittlerweile bieten zahlreiche Energieversorger dynamische Tarife an. Die bekanntesten sind:
- Tibber: Der norwegische Pionier berechnet eine monatliche Grundgebühr von 5,99 Euro und reicht den Börsenpreis 1:1 weiter. Bekannt für die benutzerfreundliche App mit Live-Preisanzeige.
- aWATTar: Der österreichische Anbieter bietet verschiedene Tarifmodelle, darunter auch „aWATTar HOURLY" mit stündlicher Abrechnung.
- Ostrom: Deutscher Anbieter mit dynamischem Tarif und monatlicher Abrechnung. Auch ohne Smart Meter nutzbar (dann zu Durchschnittspreisen).
- Stromee: Fokus auf Ökostrom mit dynamischen Preisen und transparenter Kostenstruktur.
- Stadtwerke: Viele kommunale Versorger bieten inzwischen ebenfalls dynamische Tarife an – fragen Sie bei Ihrem lokalen Anbieter nach.
Vergleichen Sie nicht nur die Grundgebühr, sondern auch eventuelle Aufschläge auf den Börsenpreis. Manche Anbieter geben den Börsenpreis 1:1 weiter, andere berechnen einen Aufschlag von 1-3 Cent/kWh.
§14a EnWG: Reduzierte Netzentgelte für Wärmepumpen und Wallboxen
Seit 2024 können Betreiber von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von reduzierten Netzentgelten profitieren. Als steuerbare Verbrauchseinrichtungen gelten:
- Wärmepumpen
- Wallboxen und Ladesäulen für E-Autos (ab 4,2 kW Ladeleistung)
- Klimaanlagen und Speicherheizungen
- Batteriespeicher
Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung in Spitzenzeiten auf 4,2 kW dimmen – aber nie komplett abschalten. Zwei Module stehen zur Wahl:
- Modul 1 (pauschale Reduktion): Sie erhalten eine feste jährliche Gutschrift von ca. 110-190 Euro, unabhängig von Ihrem Verbrauch.
- Modul 2 (prozentuale Reduktion): Die Netzentgelte für die steuerbare Verbrauchseinrichtung werden um 60% reduziert. Vorteilhaft bei hohem Verbrauch.
Die Anmeldung erfolgt über ein Formular des Netzbetreibers. Ein Elektrofachbetrieb muss die Installation bestätigen. Unser §14a EnWG-Rechner in diesem Tool hilft Ihnen, das optimale Modul zu wählen.
Lastverschiebung: So maximieren Sie Ihre Ersparnis
Der Schlüssel zum erfolgreichen dynamischen Tarif ist die Lastverschiebung – also das Verlagern von Stromverbrauch in günstige Zeiten. Typische günstige Zeitfenster sind:
- Nachts (1-5 Uhr): Geringe Nachfrage, oft niedrigste Preise. Ideal für E-Auto-Laden.
- Mittags (11-15 Uhr): Bei viel Sonne drückt PV-Strom die Preise. Teilweise sogar negative Preise.
- Wochenende: Industrienachfrage fehlt, Preise oft niedriger.
Typische teure Zeiten, die Sie meiden sollten:
- Morgens (7-9 Uhr): Industrie und Haushalte starten gleichzeitig → Lastspitze.
- Abends (17-20 Uhr): Höchste Nachfrage des Tages, keine PV-Einspeisung mehr.
- Dunkelflauten: Wenig Wind und Sonne bei hoher Nachfrage → extreme Preisspitzen.
Smart-Meter-Datenimport: Präzise Berechnung mit Ihren echten Verbrauchsdaten
Wenn Sie bereits ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) haben, können Sie Ihre echten Verbrauchsdaten nutzen, um eine noch präzisere Berechnung zu erhalten. Die meisten Netzbetreiber bieten einen Export der 15-Minuten-Werte als CSV- oder JSON-Datei über ihr Kundenportal an.
Unser Verbrauchsprofil-Panel unterstützt diesen Import. Der Vorteil: Statt geschätzter Profile erhalten Sie eine Simulation basierend auf Ihrem tatsächlichen Verbrauchsmuster der letzten 12 Monate. Alle Daten werden ausschließlich lokal in Ihrem Browser verarbeitet – nichts wird an unsere Server übertragen.
Realistische Erwartungen: Was Sie wirklich sparen können
Unsere Berechnungen basieren auf historischen Börsenpreisdaten und typischen Verbrauchsprofilen. Hier sind realistische Erwartungswerte:
- Ohne Lastverschiebung: 0-5% Ersparnis (oder sogar teurer, wenn Sie viel in Spitzenzeiten verbrauchen)
- Mit moderater Lastverschiebung (Waschmaschine, Spülmaschine): 5-10% Ersparnis
- Mit E-Auto (nachts laden): 10-20% Ersparnis auf den Ladestrom
- Mit Wärmepumpe + Smart-Home: 15-25% Ersparnis auf den Wärmepumpenverbrauch
- Mit Heimspeicher (Arbitrage): 20-30% effektive Ersparnis durch Arbitrage
Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf den flexiblen Verbrauchsanteil. Ihr Grundverbrauch (Kühlschrank, Beleuchtung, Standby) ist kaum verschiebbar und profitiert nur vom Jahresdurchschnittspreis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ein dynamischer Stromtarif rechnet Ihren Stromverbrauch nicht zu einem festen Preis ab, sondern zu stündlich wechselnden Börsenpreisen. Diese Preise werden an der EPEX Spot (European Power Exchange) gebildet und täglich um 12:00 Uhr für den Folgetag veröffentlicht. Der Endpreis setzt sich zusammen aus: Börsenpreis + Netzentgelte + Steuern/Umlagen + Grundgebühr. Die Schwankungen des Börsenpreises liegen typischerweise zwischen 5 und 40 Cent/kWh, können in Extremsituationen aber auch unter 0 Cent fallen oder auf über 50 Cent steigen.
Ein dynamischer Tarif lohnt sich vor allem für Haushalte, die ihren Stromverbrauch zeitlich flexibel steuern können. Ideale Kandidaten sind: E-Auto-Besitzer (nachts laden), Wärmepumpen-Nutzer (mit Pufferspeicher vorheizen), Heimspeicher-Besitzer (Arbitrage), Smart-Home-Enthusiasten und Homeoffice-Arbeiter mit flexiblen Zeiten für Waschmaschine und Trockner. Je größer der steuerbare Verbrauchsanteil und je höher der Gesamtverbrauch, desto größer das Einsparpotenzial. Bei weniger als 3.000 kWh/Jahr und ohne flexible Großverbraucher ist ein Festpreistarif oft die bessere Wahl.
Die Hauptrisiken sind: Preisschwankungen – bei Dunkelflauten können Preise auf über 50-80 Ct/kWh steigen. Unplanbare Kosten – anders als beim Festpreis wissen Sie nicht genau, was Sie zahlen werden. Aufwand – echte Ersparnis erfordert aktive Verbrauchssteuerung oder Smart-Home-Automatisierung. Technische Anforderungen – Sie benötigen ein Smart Meter für die viertelstündliche Abrechnung. Ohne aktive Nutzung der günstigen Zeiten kann ein dynamischer Tarif sogar teurer sein als ein Festpreis.
Ja, für die echte stündliche Abrechnung ist ein intelligentes Messsystem (iMSys/Smart Meter) erforderlich. Dieses erfasst Ihren Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen. Der Einbau ist für viele Haushalte seit 2025 Pflicht und wird vom Netzbetreiber durchgeführt. Die Kosten sind für Haushalte mit bis zu 6.000 kWh/Jahr auf maximal 20 €/Jahr gedeckelt; bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpe, Wallbox) können höhere Entgelte anfallen. Einige Anbieter wie Ostrom bieten auch Übergangslösungen an: Sie zahlen dann einen monatlichen Durchschnittspreis der Börse, profitieren aber nicht von aktiver Lastverschiebung.
Alle drei sind Anbieter dynamischer Stromtarife, unterscheiden sich aber in Details: Tibber (Norwegen) berechnet 5,99 €/Monat Grundgebühr und reicht den Börsenpreis 1:1 weiter. Bekannt für die intuitive App. aWATTar (Österreich) bietet verschiedene Modelle, teils mit kleinem kWh-Aufschlag statt fixer Grundgebühr. Ostrom (Deutschland) ermöglicht auch Nutzung ohne Smart Meter (dann zu Durchschnittspreisen). Die Netzentgelte, Steuern und Umlagen sind bei allen gleich – sie machen den Großteil des Endpreises aus und relativieren Unterschiede in der Grundgebühr.
Seit 2024 können Betreiber von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen über 4,2 kW, Speicherheizungen, Klimaanlagen) reduzierte Netzentgelte nach §14a Energiewirtschaftsgesetz erhalten. Dafür darf der Netzbetreiber die Leistung in Spitzenzeiten auf 4,2 kW dimmen (aber nie komplett abschalten). Zwei Module stehen zur Wahl: Modul 1 bringt eine pauschale Reduktion von ca. 110-190 €/Jahr. Modul 2 reduziert die Netzentgelte für das Gerät um 60%. Die Anmeldung erfolgt beim Netzbetreiber; ein Elektriker muss die Installation bestätigen.
Das Einsparpotenzial hängt stark von Ihrem Verbrauchsprofil ab. Realistische Werte: Ohne Lastverschiebung: 0-5% (oder teurer). Mit flexiblen Haushaltsgeräten: 5-10%. Mit E-Auto (nachts laden): 10-20% auf den Ladestrom. Mit Wärmepumpe + Smart-Home: 15-25%. Mit Heimspeicher (Arbitrage): 20-30%. Bei einem Haushalt mit 4.000 kWh/Jahr und 30 Ct/kWh Festpreis (1.200 €/Jahr) bedeuten 10% Ersparnis etwa 120 €/Jahr.
Typisch günstige Zeiten: Nachts zwischen 1-5 Uhr (geringe Nachfrage), mittags bei viel Sonne (hohe PV-Einspeisung, teils negative Börsenpreise), an windigen Tagen und am Wochenende (weniger Industrienachfrage). Typisch teure Zeiten: Morgens 7-9 Uhr und abends 17-20 Uhr (Lastspitzen), bei Dunkelflauten im Winter (wenig Wind und Sonne bei hoher Nachfrage). Die Preise werden täglich um 12:00 Uhr für den Folgetag veröffentlicht – Apps wie Tibber zeigen sie übersichtlich an.
Der Börsenpreis kann tatsächlich negativ werden – bei viel Wind und Sonne gleichzeitig geringer Nachfrage. 2024 gab es über 300 Stunden mit negativen Börsenpreisen an der EPEX Spot. Allerdings: Der Endkundenpreis fällt praktisch nie unter Null, da Netzentgelte, Steuern und Umlagen (~15-18 Ct/kWh) immer anfallen. Bei einem Börsenpreis von -5 Ct/kWh zahlen Sie also immer noch ca. 10-13 Ct/kWh. Das ist trotzdem ein günstiger Zeitpunkt – aber „Geld fürs Stromverbrauchen bekommen" bleibt ein Mythos für Privathaushalte.
Ja! Im Panel „Verbrauchsprofil" können Sie Ihre echten Verbrauchsdaten aus dem Smart Meter importieren. Die meisten Netzbetreiber bieten einen Export der 15-Minuten-Werte als CSV- oder JSON-Datei über ihr Kundenportal an. Unser Rechner erkennt gängige Formate automatisch und erstellt eine präzise Simulation basierend auf Ihrem tatsächlichen Verbrauchsmuster. Wichtig: Alle Daten werden ausschließlich lokal in Ihrem Browser verarbeitet – nichts wird an unsere Server übertragen.
In den meisten Fällen: Nein, nicht rentabel. Bei aktuellen Speicherpreisen von 500-800 €/kWh und realistischen Preisdifferenzen von 10-20 Ct/kWh liegt die Amortisationszeit oft bei 10-15 Jahren – nahe an der Lebensdauer des Speichers. Die Situation verbessert sich deutlich, wenn Sie den Speicher kombiniert nutzen: Eigenverbrauchsoptimierung einer PV-Anlage tagsüber plus Arbitrage nachts. Dann kann sich ein Speicher in 6-8 Jahren amortisieren. Nutzen Sie unseren Speicher-ROI-Rechner für Ihre individuelle Analyse.
Bei extremen Preisspitzen (z.B. während Dunkelflauten) können Börsenpreise auf 50-80 Cent/kWh oder mehr steigen. Als Verbraucher mit dynamischem Tarif zahlen Sie dann entsprechend mehr. Strategien zur Absicherung: Verbrauch reduzieren (App-Benachrichtigung bei hohen Preisen), Speicher nutzen (vorher geladen bei niedrigen Preisen), Wärmepumpe vorheizen (thermische Pufferspeicher nutzen). Einige Anbieter bieten auch Preisdeckel oder Notfalltarife an – prüfen Sie die Vertragsbedingungen.
Nein. Alle Berechnungen dieses Tools erfolgen ausschließlich lokal in Ihrem Browser. Es werden keine Daten an unsere Server übertragen. Auch importierte Smart-Meter-Daten bleiben auf Ihrem Gerät. Wir speichern keine Eingabewerte oder Berechnungsergebnisse. Das Tool funktioniert auch vollständig offline, sobald die Seite einmal geladen ist.