Real-Rendite-Simulator 2026
Entlarven Sie die Geldillusion: Berechnen Sie Ihre echte Rendite nach Steuern und Inflation mit der Fisher-Formel. Rendite-Killer-Wasserfall, Kaufkraft-Erhaltungs-Check, Altersvorsorgedepot-Vergleich und historisches Backtesting – alles in einem Tool.
Rendite-Killer-Wasserfall
Sehen Sie grafisch, wie Steuern und Inflation Ihre Rendite Schritt für Schritt auffressen. Die Berechnung erfolgt exakt nach der Fisher-Formel (§ 32d EStG).
Rendite-Zerfall im Wasserfall-Diagramm
Wem gehört Ihre Rendite? – Miteigentümer-Analyse
Kaufkraft-Erhaltungs-Check (Break-Even)
Wie viel Bruttorendite müssen Sie mindestens erzielen, um bei einer bestimmten Inflation und Ihrem Steuersatz Ihre Kaufkraft nur zu erhalten? Dieses Tool berechnet die Break-Even-Rendite rückwärts.
Break-Even bei verschiedenen Inflationsraten
| Inflation | Break-Even Brutto | Netto nach Steuer | Real-Rendite |
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Steuer-Regime-Vergleich: Freies Depot vs. Altersvorsorgedepot
Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot (pAV-Depot) kommen. In der Ansparphase fallen keine Steuern an – dafür wird bei der Entnahme der persönliche Einkommensteuersatz fällig. Hier sehen Sie den Unterschied durch den Steuerstundungseffekt.
🏦 Freies Depot (laufende Besteuerung)
📈 pAV-Depot (nachgelagerte Besteuerung)
Vermögensentwicklung im Vergleich
| Jahr | Freies Depot | pAV-Depot (brutto) | Differenz |
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Individuelle Inflations-Gewichtung
Die offizielle Inflationsrate ist ein Durchschnitt. Ihre persönliche Inflation hängt davon ab, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Gewichten Sie Ihre Ausgaben – und sehen Sie den Effekt auf Ihre Real-Rendite.
| Szenario | Inflationsrate | Netto-Rendite | Real-Rendite (Fisher) |
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Historisches Backtesting – Psychologie-Modul
Zahlen für 2026 sind Prognosen. Echtes Vertrauen schafft der Blick zurück. Wählen Sie eine historische Dekade und sehen Sie, wie sich verschiedene Anlageklassen real (nach Inflation und Steuern) entwickelt hätten.
📌 Datengrundlage: Die Simulation verwendet durchschnittliche jährliche Nominalrenditen und Inflationsraten für Deutschland in den jeweiligen Zeiträumen. Aktien basieren auf dem DAX bzw. vergleichbaren deutschen Aktienindizes, Anleihen auf deutschen Staatsanleihen (10-jährige Bundesanleihen). Goldrenditen basieren auf der Preisentwicklung in Euro. Die Besteuerung wird vereinfacht mit dem jeweils geltenden Regime angenähert. Die Werte sind Durchschnittswerte der jeweiligen Dekade und dienen der Veranschaulichung historischer Muster – keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.
Wählen Sie eine Dekade:
Reale Renditen nach Inflation und Steuern (Ø p.a.)
Vergleich: 10.000 € investiert – Endwert in heutiger Kaufkraft
⚖️ Alle Berechnungen sind ohne Gewähr und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die tatsächliche Steuerbelastung kann aufgrund individueller Umstände abweichen. Die Real-Rendite-Berechnung basiert auf der Fisher-Formel und vereinfacht bestimmte Aspekte wie unterjährige Besteuerungszeitpunkte, Vorabpauschalen und Freibeträge. Maßgeblich sind die Regelungen des Einkommensteuergesetzes (EStG), insbesondere § 32d EStG, und des Investmentsteuergesetzes (InvStG) in der jeweils geltenden Fassung. Das Altersvorsorgedepot basiert auf dem Gesetzentwurf des pAV-Reformgesetzes (Kabinettsbeschluss vom 17. Dezember 2025, parlamentarisches Verfahren 2026 geplant) – Änderungen sind möglich. Der Steuer-Regime-Vergleich modelliert den reinen Steuerstundungseffekt; Zulagen, Sonderausgabenabzug und Vollbesteuerung bei Entnahme sind nicht abgebildet. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater oder Finanzberater.
Real-Rendite 2026: So entlarven Sie die Geldillusion bei Ihrer Geldanlage
Viele Anleger unterliegen der sogenannten Geldillusion: Eine nominale Rendite von 5 % klingt attraktiv – doch nach Abzug der Abgeltungsteuer (26,375 % inkl. Solidaritätszuschlag) und bei einer Inflation von 3 % bleibt faktisch kaum etwas übrig. Tatsächlich kann eine vermeintlich „gute" Rendite in der Realität sogar ein Verlustgeschäft sein. Der Real-Rendite-Simulator macht diese unsichtbaren Verluste sichtbar und zeigt Ihnen, was von Ihren Kapitalerträgen wirklich bleibt.
Die Berechnung basiert auf der Fisher-Formel, benannt nach dem Ökonomen Irving Fisher. Im Gegensatz zur vereinfachten Näherung (Netto-Rendite minus Inflation) berücksichtigt die Fisher-Formel den multiplikativen Zusammenhang zwischen Rendite und Inflation exakt: rreal = (1 + rnominal_netto) / (1 + i) − 1. Dabei ist rnominal_netto die Rendite nach Abzug aller Steuern gemäß § 32d EStG und i die Inflationsrate.
Die fünf Module des Real-Rendite-Simulators
1. Rendite-Killer-Wasserfall – Der Zerfall Ihrer Rendite
Das Wasserfall-Diagramm zeigt grafisch, wie Ihre Bruttorendite Stufe für Stufe schrumpft: Zunächst greift die Abgeltungsteuer (unter Berücksichtigung der Teilfreistellung bei Fonds), dann folgt der Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls die Kirchensteuer – und am Ende frisst die Inflation den Rest. Die „Miteigentümer-Analyse" verdeutlicht visuell, welchen Anteil Ihrer Rendite das Finanzamt, die Inflation und Sie selbst erhalten. Bei einer typischen Aktien-ETF-Anlage mit 7 % Bruttorendite, 2,5 % Inflation und ohne Kirchensteuer verbleiben nach der Fisher-Formel häufig weniger als 3 % reale Rendite.
2. Kaufkraft-Erhaltungs-Check – Ihre Break-Even-Rendite
Dieses Modul dreht die Rechnung um: Es berechnet, welche Mindest-Bruttorendite Sie erzielen müssen, um bei einer gegebenen Inflation und Ihrem individuellen Steuersatz Ihre Kaufkraft exakt zu erhalten. Das Ergebnis überrascht viele Anleger: Bei 3 % Inflation und Abgeltungsteuer ohne Kirchensteuer benötigen Sie als Direktanleger (ohne Teilfreistellung) bereits rund 4,08 % Bruttorendite, nur um real bei null zu landen – also keinen einzigen Cent reicher zu werden. Mit Aktien-ETFs (30 % Teilfreistellung) liegt der Break-Even etwas niedriger, aber immer noch deutlich über der Inflationsrate.
3. Steuer-Regime-Vergleich – Freies Depot vs. Altersvorsorgedepot 2027
Ab 2027 soll das Altersvorsorgedepot (pAV-Depot) als Teil des pAV-Reformgesetzes (Kabinettsbeschluss 17. Dezember 2025) verfügbar werden. Der entscheidende Unterschied: In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Kapitalerträge an – weder Vorabpauschale noch Abgeltungsteuer. Erst bei der Entnahme im Alter wird der persönliche Einkommensteuersatz fällig (nachgelagerte Besteuerung). Der Steuerstundungseffekt bedeutet, dass das Geld, das im freien Depot ans Finanzamt fließen würde, im pAV-Depot weiterhin Rendite erwirtschaftet. Über lange Zeiträume (20–40 Jahre) kann dieser Zinseszins-Vorteil erheblich sein. Das Modul vergleicht beide Szenarien und zeigt den konkreten Euro-Vorteil. Das parlamentarische Verfahren soll 2026 abgeschlossen werden.
4. Individuelle Inflations-Gewichtung
Die offizielle Inflationsrate des Statistischen Bundesamtes basiert auf einem durchschnittlichen Warenkorb. Ihre persönliche Inflation kann jedoch deutlich abweichen: Mieter mit hohem Wohnkostenanteil erleben oft eine höhere persönliche Inflation als Eigenheimbesitzer. Ebenso wirken sich überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Energie, Lebensmittel oder Mobilität unterschiedlich aus. Die Kategorien Wohnen, Energie und Lebensmittel hatten in den letzten Jahren überdurchschnittliche Preissteigerungen. Das Modul gewichtet Ihre Ausgaben individuell und zeigt, wie sich das auf Ihre Real-Rendite auswirkt. Ein Mieter mit 40 % Wohnkostenanteil kann eine persönliche Inflation erleben, die einen halben Prozentpunkt über dem offiziellen Wert liegt – und damit eine entsprechend niedrigere Real-Rendite.
5. Historisches Backtesting – Vertrauen durch den Blick zurück
Prognosen für die Zukunft sind unsicher. Das historische Backtesting zeigt, wie sich verschiedene Anlageklassen in vergangenen Dekaden real (nach Inflation und Steuern) entwickelt hätten. Von den inflationären 1970er-Jahren über die Hochzins-Phase der 1980er bis zur Nullzins-Ära 2010–2019 – jede Dekade hatte ihr eigenes Rendite-Inflations-Profil. Das Modul verwendet historische Durchschnittswerte für deutsche Aktien, Anleihen und Gold und zeigt, was ein klassisches 60/40-Portfolio in jeder Phase real erwirtschaftet hätte. Die Erkenntnis: Langfristig haben Aktien in den meisten Perioden einen Kaufkraftzuwachs ermöglicht – aber nicht in allen.
Steuerliche Grundlagen 2026: § 32d EStG und Investmentsteuergesetz
Kapitalerträge werden in Deutschland seit 2009 mit der Abgeltungsteuer besteuert. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer (also 1,375 Prozentpunkte), insgesamt 26,375 %. Bei Kirchensteuerpflicht erhöht sich die Belastung auf 27,819 % (8 % KiSt in Bayern und Baden-Württemberg) bzw. 27,995 % (9 % KiSt in allen anderen Bundesländern). Die Kirchensteuer mindert dabei die Bemessungsgrundlage der Abgeltungsteuer (§ 32d Abs. 1 Satz 3 EStG).
Für Investmentfonds (ETFs, Aktienfonds, Mischfonds) gilt zusätzlich das Investmentsteuergesetz (InvStG) mit der Teilfreistellung: Aktienfonds mit mindestens 51 % Aktienanteil erhalten 30 % Teilfreistellung, Mischfonds (25–50 % Aktienanteil) 15 % und Rentenfonds 0 %. Das bedeutet, dass bei einem Aktienfonds nur 70 % der Erträge der Abgeltungsteuer unterliegen. Die effektive Steuerbelastung auf die Bruttorendite sinkt dadurch von 26,375 % auf 18,463 % (ohne KiSt), was die Real-Rendite entsprechend verbessert.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 2026 weiterhin 1.000 € für Ledige und 2.000 € für Verheiratete. Kapitalerträge bis zu diesem Betrag sind steuerfrei. Alternativ können Anleger über die Günstigerprüfung (Anlage KAP) prüfen, ob ihr persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 % liegt – in diesem Fall wird der niedrigere Satz angewendet.
Die Fisher-Formel: Exakte Berechnung der Real-Rendite
Die vereinfachte Berechnung „Netto-Rendite minus Inflation" ist eine Näherung, die bei höheren Werten zunehmend ungenauer wird. Die exakte Berechnung nach Irving Fisher berücksichtigt den multiplikativen Zusammenhang:
rreal = (1 + rnominal_netto) / (1 + i) − 1
Dabei ist rnominal_netto die Rendite nach Abzug aller Steuern und i die Inflationsrate. Ein Beispiel: Bei 7 % Bruttorendite eines Aktienfonds (30 % TF), 26,375 % Abgeltungsteuer und 2,5 % Inflation ergibt sich:
- Effektive Steuerbelastung: 7 % × 70 % × 26,375 % = 1,292 % → Netto-Rendite: 5,708 %
- Fisher-Formel: (1 + 0,05708) / (1 + 0,025) − 1 = 0,03130 → Real-Rendite: 3,13 %
- Vereinfachte Näherung: 5,708 % − 2,5 % = 3,208 % (Abweichung: +0,08 Prozentpunkte)
Bei höherer Inflation oder Rendite wächst die Abweichung. Dieser Simulator verwendet daher stets die exakte Fisher-Formel für maximale Genauigkeit.
Warum die Geldillusion gefährlich ist
Die Geldillusion – das Verwechseln von nominalen Beträgen mit realer Kaufkraft – hat konkrete finanzielle Folgen für Anleger:
- Falsche Sicherheit bei Festgeld: Ein Tagesgeld mit 3 % Zinsen fühlt sich nach „risikoloser Rendite" an. Nach 26,375 % Steuern bleiben 2,21 %. Bei 2,5 % Inflation ergibt die Fisher-Formel eine Real-Rendite von −0,28 % – ein realer Verlust.
- Unterschätzung des Steuer-Effekts: Die Steuerlast fällt auf die Nominalrendite an, nicht auf die Realrendite. Das Finanzamt besteuert also auch den Teil der Rendite, der lediglich die Inflation ausgleicht. Dieses Phänomen wird als „kalte Progression bei Kapitalerträgen" bezeichnet.
- Überschätzung langfristiger Erträge: Wer mit 7 % nominaler Rendite kalkuliert, rechnet sich seinen Vermögensaufbau schön. Real (nach Steuern und Inflation) verbleiben bei einem Aktienfonds typischerweise 3–4 % – also weniger als die Hälfte der Nominalrendite.
Altersvorsorgedepot 2027: Der Steuerstundungseffekt
Das geplante Altersvorsorgedepot (pAV-Depot) soll den Vermögensaufbau für die Altersvorsorge steuerlich begünstigen. Der zentrale Vorteil liegt im Steuerstundungseffekt: In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Erträge an. Das Geld, das im freien Depot als Abgeltungsteuer abfließen würde, bleibt im Depot und erwirtschaftet weiterhin Rendite. Erst bei der Entnahme im Alter wird die nachgelagerte Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz fällig.
Der Vorteil hängt von mehreren Faktoren ab: dem Anlagehorizont, der Bruttorendite, dem Steuersatz in der Ansparphase und dem Steuersatz im Alter. Je länger der Anlagehorizont und je höher die Rendite, desto größer der Steuerstundungseffekt. Bei einem Anleger, der über 30 Jahre mit 7 % Bruttorendite investiert und im Alter einen Grenzsteuersatz von 25 % hat, kann der Vorteil des pAV-Depots gegenüber dem freien Depot erheblich sein.
Beachten Sie: Das pAV-Depot ist an bestimmte Bedingungen geknüpft (Mindesthaltedauer, Altersgrenze bei Entnahme, Förderhöchstbetrag). Die genauen Regelungen können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Der Steuer-Regime-Vergleich in diesem Simulator zeigt den reinen Steuerstundungseffekt und hilft bei der Einschätzung, ob sich das Altersvorsorgedepot für Ihre Situation lohnen könnte.
Häufig gestellte Fragen zur Real-Rendite
Die Real-Rendite zeigt, um wie viel Ihre Kaufkraft tatsächlich gestiegen oder gefallen ist. Während die nominale Rendite nur den Geldwert betrachtet, berücksichtigt die Real-Rendite den Kaufkraftverlust durch Inflation und die Steuerbelastung. Eine nominale Rendite von 5 % ist bedeutungslos, wenn nach Steuern (26,375 %) und Inflation (3 %) die reale Kaufkraft kaum steigt oder sogar sinkt. Nur die Real-Rendite zeigt, ob Sie tatsächlich vermögender geworden sind oder nur mehr Geldeinheiten besitzen, die weniger wert sind.
Der Simulator verwendet die exakte Fisher-Formel: rreal = (1 + rnominal_netto) / (1 + i) − 1. Dabei wird zunächst die Bruttorendite um die Teilfreistellung (30 % bei Aktienfonds, 15 % bei Mischfonds) bereinigt, dann die Abgeltungsteuer (25 %) mit Solidaritätszuschlag (5,5 %) und ggf. Kirchensteuer (8 % oder 9 %) berechnet. Die resultierende Netto-Rendite wird dann mittels Fisher-Formel mit der Inflationsrate verrechnet. Diese Methode ist exakter als die vereinfachte Näherung (Netto minus Inflation), da sie den multiplikativen Zusammenhang korrekt berücksichtigt.
Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 % auf Kapitalerträge. Hinzu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer (= 1,375 Prozentpunkte), insgesamt also 26,375 % ohne Kirchensteuer. Mit Kirchensteuer: 27,819 % bei 8 % KiSt-Satz (Bayern, Baden-Württemberg) bzw. 27,995 % bei 9 % KiSt-Satz (alle anderen Bundesländer). Die Kirchensteuer wird als Sonderausgabe berücksichtigt und mindert die Bemessungsgrundlage (§ 32d Abs. 1 Satz 3 EStG), weshalb die Gesamtbelastung nicht einfach additiv ist.
Die Teilfreistellung nach dem Investmentsteuergesetz (InvStG) reduziert die steuerliche Bemessungsgrundlage pauschal: Aktienfonds (mind. 51 % Aktienanteil): 30 % steuerfrei → nur 70 % der Erträge werden besteuert. Mischfonds (25–50 % Aktien): 15 % steuerfrei. Rentenfonds/Anleihen: 0 % Teilfreistellung. Ein Beispiel: Bei einem Aktienfonds mit 7 % Bruttorendite werden nur 4,9 % (70 % von 7 %) besteuert. Die effektive Steuerbelastung sinkt dadurch von 26,375 % auf 18,463 % der Bruttorendite (ohne KiSt). Dies verbessert die Real-Rendite erheblich im Vergleich zu Direktanlagen wie Festgeld oder Anleihen ohne Teilfreistellung.
Ja, das ist sogar häufiger der Fall, als viele Anleger vermuten. Ein Beispiel: Festgeld mit 3,0 % Zinsen. Nach 26,375 % Abgeltungsteuer verbleiben 2,209 % Netto-Rendite. Bei 2,5 % Inflation ergibt die Fisher-Formel: (1 + 0,02209) / (1 + 0,025) − 1 = −0,0028 → −0,28 % Real-Rendite. Sie verlieren also real Kaufkraft, obwohl Ihr Kontostand wächst. Dieses Phänomen ist das Kernproblem der Geldillusion. Der Rendite-Killer-Wasserfall macht diesen Effekt visuell greifbar.
Das Altersvorsorgedepot (pAV-Depot) ist Teil des geplanten pAV-Reformgesetzes und soll voraussichtlich ab 2027 verfügbar sein (Kabinettsbeschluss 17. Dezember 2025, parlamentarisches Verfahren 2026). Es handelt sich um ein steuerlich gefördertes Wertpapierdepot für die Altersvorsorge. Der Kernvorteil: In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Erträge an – keine Vorabpauschale, keine Abgeltungsteuer auf Dividenden oder Kursgewinne. Erst bei der Entnahme im Alter wird die nachgelagerte Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz fällig. Der Steuerstundungseffekt führt dazu, dass mehr Kapital investiert bleibt und vom Zinseszins profitiert. Details zu Förderhöchstbeträgen und Bedingungen können sich noch im Gesetzgebungsverfahren ändern.
Die offizielle Inflationsrate ist ein Durchschnitt über den gesamten Warenkorb des Statistischen Bundesamtes. Wenn Sie überdurchschnittlich viel für Miete, Energie oder Lebensmittel ausgeben – Bereiche mit oft überdurchschnittlichen Preissteigerungen – ist Ihre persönliche Inflation höher als der offizielle Wert. Ein Mieter, der 40 % seines Einkommens für Wohnen ausgibt, erlebt typischerweise eine höhere persönliche Inflation als ein Eigenheimbesitzer. Das Modul „Individuelle Inflations-Gewichtung" berücksichtigt Ihr persönliches Ausgabemuster und berechnet eine individuelle Inflationsrate – und damit eine realistischere Real-Rendite Ihrer Geldanlage.
Das Backtesting simuliert, wie sich verschiedene Anlageklassen in vergangenen Dekaden real entwickelt hätten. Es verwendet durchschnittliche jährliche Nominalrenditen und Inflationsraten für Deutschland. Die Daten basieren auf dem DAX (bzw. vergleichbaren Indizes für ältere Perioden), deutschen Staatsanleihen und dem Goldpreis in Euro. Die Besteuerung wird vereinfacht mit dem damals geltenden Regime angenähert. Die Werte sind Durchschnittswerte der jeweiligen Dekade – einzelne Jahre können stark abweichen. Das Modul dient der Veranschaulichung historischer Muster und soll helfen, heutige Renditen und Inflation in einen langfristigen Kontext einzuordnen. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Die einfache Näherung (Netto-Rendite minus Inflation) addiert zwei Werte, die eigentlich multiplikativ zusammenhängen. Bei niedrigen Werten (z. B. 2 % Rendite, 1 % Inflation) ist der Unterschied vernachlässigbar. Aber bei höheren Werten wächst die Abweichung: Bei 10 % Netto-Rendite und 8 % Inflation ergibt die Näherung 2,0 %, die Fisher-Formel aber nur 1,85 %. Die Differenz von 0,15 Prozentpunkten summiert sich über 30 Jahre durch den Zinseszins auf einen messbaren Unterschied im Endvermögen. Die Fisher-Formel ist der mathematisch korrekte Weg und wird in der Finanzwissenschaft als Standard verwendet.
Der Real-Rendite-Simulator berechnet die Steuerbelastung ohne Berücksichtigung des Sparer-Pauschbetrags (1.000 € / 2.000 €), um die strukturelle Wirkung von Steuern und Inflation auf die Rendite zu zeigen. Bei kleinen Anlagebeträgen kann der Sparer-Pauschbetrag die Steuerlast erheblich reduzieren oder ganz eliminieren. Für eine genaue Berechnung unter Einbeziehung des Freibetrags empfehlen wir den ETF-Vorabpauschalen-Rechner mit seinem Freibetrag-Optimierer oder den Günstigerprüfung-Rechner.
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